Hoch aktuell und in der Diskussion ist die bevorstehende Schweizer Abstimmung am 13. Juni über die Trinkwasser- und Pestizid-Initiativen. Einen wesentlichen Beitrag zur Diskussion leisten die Stimmen aus unserem Projektland Indien – sie haben rund 30 Jahre Erfahrung im Biolandbau.

Langjährige Erfahrung und positive Ergebnisse im Biolandbau ohne chemische Pestizide
Eines der Hauptziele der bioRe® Stiftung ist die Unterstützung von Bauernfamilien beim biologischen Anbau von Baumwolle in Tansania und Indien. Unsere Bio-Baumwollbauern lernen durch landwirtschaftliche Schulungen vorbeugende Massnahmen und natürliche Schädlingsbekämpfung kennen und werden bei der Herstellung von wirksamen Bio-Pestiziden beraten und unterstützt.
Das ist nicht nur umweltfreundlich, sondern schützt auch die Gesundheit der Bauern und die ihrer Familien.
Die Biobauer brauchen hofeigene Alternativen zu den umweltschädigenden chemisch-synthetischen Düngern und den hochgiftigen Pflanzenschutzmitteln des Agrarmarktes .
Der zunehmende Einsatz von Agrochemikalien wie Pestiziden und Kunstdünger verursacht enorme Gesundheitsschäden bei Menschen, Tieren und Pflanzen
Die Agrochemikalien bekämpfen nicht nur Schädlinge, sondern beeinträchtigen auch die natürlichen Ressourcen wie Boden, Flüsse und Grundwasser. Wenn Kunstdünger und Pestizide in der Landwirtschaft eingesetzt werden, gelangen sie direkt oder indirekt in das Getreide und Gemüse, was die menschliche Gesundheit gefährdet.
In Indien werden schätzungsweise über 50% der eingesetzten Pestizide auf Baumwollfeldern ausgebracht
Die Fälle von Pestizidvergiftungen unter den Bauern nehmen jedes Jahr zu.
Dr. Shahina Ansari, Ärztin und Projektverantwortliche bioRe Mobile Health Unit (MHU)

Die Bauern tragen keine Schutzausrüstung, wenn sie chemische Spritzmittel auf den Feldern ausbringen. So gelangen die Chemikalien durch Einatmen und Hautkontakt in den Körper und in den Blutkreislauf, was sich negativ auf die Augen, die Haut und das Atmungssystem auswirken kann. Sowohl Bäuerinnen als auch Bauern sind betroffen, ebenso wie ihre gesamten Familien.
«In der Regel zeigen die Patienten aufgrund des Einsatzes von chemischen Düngemitteln und Pestiziden folgende Symptome: Reizungen von Nase, Rachen und Haut, brennende, stechende Augen, Kurzatmigkeit und Hautausschläge. Auch Durchfall und Krebs sind in der Gegend weit verbreitet und werden auf Pestizidvergiftungen zurückgeführt», so Dr. Shahina Ansari.
Mobile Health Unit bietet Bauernfamilien (sowohl Bio- als auch konventionelle Bauern) in der zentralindischen Region Madhya Pradesh eine medizinische Grundversorgung .
Die MHU behandelt jeden Tag 5-10 Patienten mit Symptomen einer Pestizidvergiftung
In der MHU werden diese Patienten mit der notwendigen medizinischen Behandlung versorgt und bei schweren Fällen an das staatliche Krankenhaus überwiesen.
Darüber hinaus werden die betroffenen konventionellen Bauern über die Gefahren von Pestiziden aufgeklärt und auf die Alternative und Vorteile des Biolandbaus aufmerksam gemacht.
