NL Februar 2021
Die indische Bio-Baumwollproduktion wurde durch die Einführung von gentechnisch veränderter Baumwolle im Jahr 2002 stark beeinträchtigt und in Frage gestellt. Nur ein Jahrzehnt später waren bereits 95% des Baumwollsaatguts in Indien gentechnisch verändert!
So begann der Kampf David gegen Goliath für gentechnikfreies Saatgut in einem Land, in dem gentechnikfreies Saatgut praktisch nicht mehr existierte.
Mehr dazu und weitere Themen:
- Eine Synthese von zwölf Jahren landwirtschaftlichem Systemvergleich
- Frauenförderung und Verbesserung der Wasserproduktivität
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Hans Peter Jost, ein Schweizer Fotograf und Videodokumentarist, hat die Bemühungen der bioRe® Stiftung um gentechnikfreies Bio-Saatgut in Indien begleitet. So entstand die Videodokumentation in 6 Teilen, gefilmt im Zeitraum zwischen 2013 und 2019.
Erfolgsbericht aus dem WAPRO-Subprojekt in Indien
Das WAPRO-Subprojekt über Bio-Baumwolle bei bioRe® India, in Zusammenarbeit mit Helvetas und DEZA, hat bereits 2 Jahre hinter sich. Ziel des Unterprojekts ist die Bildung von 100 Frauengruppen mit insgesamt 1’000 Frauen, die in organischen und biodynamischen Anbaumethoden und Wassermanagement geschult werden. Darüber hinaus soll das Einkommen der teilnehmenden Bauernfamilien durch den Einsatz organischer und biodynamischer Anbaumethoden, die im Einklang mit der nachhaltigen Nutzung von Ressourcen stehen, verbessert werden.
Durch WAPRO werden wassersparende Technologien wie die Tröpfchenbewässerung gefördert und die Bevölkerung auch für die Problematik der nachhaltigen Wassernutzung sensibilisiert. Die Frauengruppen werden als „Water Stewardship Groups“ aufgebaut, damit sie sich auch politisch in Wasserfragen engagieren können.
Die wichtigste strategische Intervention des bioRe WAPRO-Projekts zum Kapazitätsaufbau von Frauengruppen aus ländlichen Gebieten basiert auf der Tatsache, dass Frauen fast 65 % der gesamten landwirtschaftlichen Arbeit in Indien verrichten.
Diese Strategie hat sich als erfolgreich erwiesen. Die Frauengruppen beteiligen sich mit Begeisterung an den Projektaktivitäten. Wir haben beobachtet, dass in den Dörfern, in denen Frauengruppen aktiv sind, die Biodiversität im Anbau deutlich zugenommen hat. Fast 700 Frauen aus Bio-Bauernfamilien haben von Schulungen zu verbesserten Anbaumethoden profitiert. Bemerkenswerte 70% von ihnen haben die erlernten Praktiken übernommen.

„Water mapping“ – Projektaktivität bei WAPRO
Eine Synthese von zwölf Jahren SysCom
Ein Langzeit-Vergleich von landwirtschaftlichen Systemen in den Tropen
Das SysCom-Programm (Langzeit-Systemvergleich von Anbausystemen) vergleicht verschiedene landwirtschaftliche Produktionssysteme (hauptsächlich ökologische und konventionelle) in drei tropischen Ländern (Kenia, Indien und Bolivien). Der Fokus liegt auf Produktivität, Rentabilität, Bodenfruchtbarkeit und anderen Aspekten der Systemleistung wie Produktqualität, Biodiversität, Ressourcennutzungseffizienz und Resilienz des Agrarökosystems.
Die bioRe® Stiftung ist ein FIBL-Partner für SysCom in Indien, mit dem Fokus auf baumwollbasierten Anbausystemen. Die folgenden Systeme werden verglichen: (a) biologischer, (b) biodynamischer, (c) konventioneller und (d) konventioneller Anbau mit gentechnisch veränderter Bt-Baumwolle.
Das Programm läuft erfolgreich seit mehr als 12 Jahren (2007-2019) und der aktuelle Bericht versucht, die Frage zu beantworten:


Welchen Beitrag leistet die biologische Landwirtschaft zur nachhaltigen Entwicklung?
Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass die vorherrschenden landwirtschaftlichen Anbaumethoden keine nachhaltige Option für die Zukunft sind, insbesondere wenn man die Probleme im Zusammenhang mit dem Klimawandel, dem Verlust der biologischen Vielfalt und der Erschöpfung der natürlichen Ressourcen berücksichtigt. Die biologische Landwirtschaft wird aufgrund ihrer ökologischen und sozialen Vorteile als eine nachhaltige Alternative empfohlen.
Studien, die in gemäßigten Klimazonen (hauptsächlich in Europa) durchgeführt wurden, haben die Vorteile biologischer Anbaumethoden gegenüber konventionellen Praktiken nachgewiesen. Es bleiben jedoch einige Fragen offen, was die Leistung biologischer Systeme unter tropischen Bedingungen betrifft.
Das SysCom-Programm adressiert diese Forschungslücke in drei tropischen Ländern (Kenia, Indien und Bolivien) und besteht aus Langzeitexperimenten (LTE) und Participatory On-farm Research (POR). Die Ergebnisse befassen sich mit den Unterschieden zwischen alternativen (Bio- und Agroforstwirtschaft) und konventionellen Anbausystemen in Bezug auf:
- Produktivität: Erträge von Haupt- und Nebenfrüchten in verschiedenen Systemen
- Rentabilität: Bruttomargen und Rendite auf (Wirtschafts- und Arbeits-) Investitionen
- Bodenfruchtbarkeit und -qualität: Nährstoffverfügbarkeit, organischer Kohlenstoff im Boden und andere physikalisch-chemische Eigenschaften des Bodens
- Sonstiges: Pestizidrückstände, Nährstoffgehalt der Ernte, Biodiversität, Effizienz der Ressourcennutzung und Resilienz des Agrarökosystems

Lesen Sie mehr über die Schlussfolgerungen, wie die ökologische Landwirtschaft zur Erreichung mehrerer SDGs (Sustainable Development Goals) bis 2030 beitragen kann:
Überblick über die Forschungsarbeiten im Langzeit-Systemvergleich bei bioRe India


