SysCom

Fallbericht über Produktivitätssteigerung in der ökologischen und kleinbäuerlichen Landwirtschaft

Der Artikel von SysCom India, veröfentlicht am 14. Februar 2020, stellt die Fallstudie aus Zentralindien vor, wo der partizipative Ansatz angewendet wurde, um P-Mangelprobleme in baumwollbasierten Biosystemen anzugehen. Der Artikel gibt einerseits einen Überblick über die Versuche, die P-Verfügbarkeit im Kontext von kleinbäuerlichem, Low-Input- und biologischem Anbau zu erhöhen, andererseits beschreibt er den erfolgreichen Prozess der POR, der in diesem Fall angewandt wurde.

Von 2010 bis 2014 wurden insgesamt 61 Feldversuche auf den Feldern der Bauern durchgeführt, um die agronomische Wirksamkeit von Buttermilch-angesäuertem RP-Kompost zu untersuchen. Die Anwendung von Buttermilch-angesäuertem RP-Dünger ergab höhere Erträge bei Baumwolle in allen Feldversuchen und höhere Erträge bei Sojabohnen in allen Feldversuchen außer einem. Bei Weizen stiegen die Erträge in der Mehrzahl der Betriebe an, obwohl in einigen Betrieben die Erträge gleich hoch oder niedriger waren.

Forschungsprojekt in Kooperation von:

  • Research Institute of Organic Agriculture (FiBL), Schweiz
  • bioRe® Association India
  • Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich, Schweiz


Jahresbericht 2018

Jahresbericht 2018/19

Über Milliarden Jahre hat sich eine unermessliche Lebensvielfalt entwickelt. Diese Vielfalt in den Lebensräumen reduziert sich leider täglich. Von geschätzten 8 Millionen Arten weltweit sind bis zu einer Million gefährdet. Viele Einflüsse von uns Menschen reduzieren diesen Lebensraum und die Vielfalt der Arten. Die Biodiversität ist jedoch für das Leben der Menschen, ihrer Gesundheit und den natürlichen Lebensgemeinschaften, von höchster Bedeutung.
Die vielfältige Tierwelt und unsere wundervolle Erde leiden unter der so arg strapazierten Umwelt. Die Konsequenzen sind spürbar.
Mit der Förderung der biologischen Landwirtschaft unterstützen wir dank Ihrer Hilfe die Biodiversität, intakte Lebensräume und unser Ökosystem.

Jürg Peritz, Präsident der bioRe® Stiftung

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Jahresrechnung auf Anfrage


Genmanipuliertes Saatgut dominiert den Baumwolle-Anbau

SRF Kassensturz vom 12.03.2019

Genmanipuliertes Saatgut bedrängt Biobaumwolle

Ein weiteres Problem ist die Verunreinigung entlang der Produktionskette, sagt Geschäftsführerin der bioRe® Stiftung, Christa Suter. Rückverfolgbarkeit und strenge Kontrollsysteme seien für ihre Glaubwürdigkeit unabdingbar. Indische Biobaumwolle entspreche aber derzeit nicht ihren Standards, bedauert Christa Suter: «Die indische Baumwolle hat im Moment Probleme mit der gentechnisch veränderten Baumwolle. Das akzeptieren wir nicht. So mussten wir schon Baumwolle als konventionelle Baumwolle weiterverkaufen.» Genmanipuliertes Saatgut setzt auch der Biobaumwolle ganz schön zu.

 

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FairTraders

Fair Traders

Drei Akteure der freien Marktwirtschaft übernehmen Verantwortung für die Gesellschaft und nachfolgende Generationen: Sie wirtschaften nachhaltig. Der Film blickt auf Karrieren von erfolgreichen Unternehmerinnen und Unternehmern in unterschiedlichen Stadien, die lokal, national und international agieren und Markt und Moral vereinbaren.

FAIR TRADERS geht der Frage nach, wie ein Wirtschaftsmodell nach dem Neoliberalismus aussehen kann und zeigt hierzu die Haltung dreier Vorreiter, die tagaus tagein zwischen fairer Bezahlung innerhalb der gesamten Lieferkette, biologischer Produktion und dem Kostendruck der freien Marktwirtschaft balancieren. Der Film eröffnet so aus einer oft hoffnungslos erscheinenden globalen Situation einen motivierenden möglichen Ausweg und rückt Ethik und Nachhaltigkeit als Faktoren für den Erfolg ins Zentrum.

Als etablierter Schweizer Unternehmer im internationalen Textilgeschäft baute Patrick Hohmann (Gründer der bioRe Stiftung) vor 20 Jahren in Indien und Tansania zwei Grossprojekte der Produktion von Biobaumwolle auf. Er überzeugte Bäuerinnen und Bauern zur Umstellung auf den biologischen Anbau und gewann gleichzeitig in der Schweiz den Grossverteiler Coop, um die Bio-Modemarke Naturaline zu etablieren


BioRe Foto JB 7

Jahresbericht 2017/18

Vier multinationale Konzerne dominieren künftig das Geschäft mit Saatgut, Pestiziden und Düngemittel. Seit 2015 folgen sich die Fusionen: kürzlich übernahm Bayer für ca. 60 Mia Dollar Monsanto, Syngenta wurde für 43 Mia Dollar vom Staatsunternehmen Chemchina übernommen, der amerikanische Agrochemie-Riese Corteva hat Dupont und Dow Chemical vereint und BASF übernahm von Bayer das gesamte Pestizidgeschäft. Eine gefährliche Machtkonzentration.

Ihre Aussage «Wir wollen die wachsende Erdbevölkerung ernähren, den Hunger bekämpfen, die Landwirtschaft verbessern und die Bauern in aller Welt unterstützen» steht der Realität diametral entgegen, sie tönt zynisch. Ihr Geschäftsmodell, das Geschäft mit dem Saatgut und der Agrochemie zu dominieren, ist pervers.
In Wirklichkeit geht es Ihnen darum zu bestimmen, was angebaut wird. Und wie. Und von wem. Und zu welchem Preis. Und dies mit dem obersten Ziel, Milliarden Gewinne zu erreichen.

Die katastrophalen Folgen für die Biodiversität, für die Gesundheit der Menschen, für unsere Natur und Umwelt, für die Tiere und insbesondere auch für die Bauern, kümmern sie nicht.

Im Bereich der Baumwollproduktion haben die Konzerne mit ihrem Gentech-Saatgut inzwischen das Monopol und die Macht übernommen und in Indien einen Anteil von über 95% erreicht. Die Bauern bezahlen für Gentech-Saatgut und dazugehörige Pestizide hohe Preise und leiden trotzdem unter schlechten Ernten, denn die Monokultur zerstört die Böden, ein hoher Chemieeinsatz bleibt nötig, die Nützlinge werden eliminiert und die Schädlinge passen sich an und überleben. Eine Sackgasse.

Mit unserer bioRe® Stiftung fördern wir die biologische Landwirtschaft, sie steht für Mensch, Tier und Natur im Gleichgewicht. Unsere Saatgutforschung für Bio-Saatgut in Indien entwickelt sich weiterhin sehr positiv und so werden wir unseren Bäuerinnen und Bauern die Möglichkeit bieten, sich von der Macht der Agrochemie-Konzerne fern zu halten und eine Lebensgrundlage zu entwickeln, die Im Einklang mit der Natur steht.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre des Jahresberichtes der bioRe® Stiftung und danke Ihnen für Ihre Unterstützung.

Herzlich
Jürg Peritz, Präsident der bioRe® Stiftung

BioRe Jahresbericht 2017
BioRe Jahresbericht 2017
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Jahresrechnung auf Anfrage

20 Jahre bioRe® Stiftung

Seit 20 Jahren fördert die bioRe® Stiftung den biologischen Anbau von Baumwolle in Indien und Tansania – trotz viel Gegenwind sind wir auf dem Weg zu einer stabilen und nachhaltigen Landwirtschaft. Wir sind sehr stolz, dass bis zum heutigen Tag viele der von Anfang an registrierten Bio-Bäuerinnen und -bauern Teil von bioRe® sind. Diese langjährige Zusammenarbeit unterstreicht die Nachhaltigkeit und ist sehr wertvoll für den Bio-Landbau. Denn die Böden brauchen Zeit für den Aufbau von Humus, und das Produktionssystem muss die verschiedenen Naturkräfte in ein Gleichgewicht bringen. Beeindruckende Anwendungsraten von biologischen Methoden dürfen wir in Tansania beobachten, und in Indien zeigen die ersten Resultate aus der langjährigen Saatgutforschung für GVO-freies Baumwollsaatgut positive Entwicklungen im Kampf gegen GVO-Baumwolle.

Es ist mit grosser Dankbarkeit an unsere Spender, Bauernfamilien, Teammitglieder und Stakeholders der bioRe® Organisationen, dass wir auf 20 Jahre erfolgreiche Aufbauarbeit zurückschauen dürfen, um den biologischen Anbau von Bio-Baumwolle und von Feldfrüchten in der Fruchtfolge zu realisieren, um Biodiversität zu verbreitern, und dass die Bauern eine echte alternative Form von Landwirtschaft betreiben. Unsere Anstrengungen für Biodiversität müssen aber weitergehen, da die neueren Entwicklungen in der Biotechnologie sowie Auswirkungen von Klimaveränderungen auch den biologischen Anbau von Baumwolle beeinträchtigen.

Neben den landwirtschaftlichen Anbau- und Forschungsprojekten unterstützte die bioRe® Stiftung im vergangenen Jahr auch zahlreiche konkrete Sozialprojekte. Die indischen Schulprojekte ermöglichten weiterhin Zugang zu Grundschulbildung für viele benachteiligte Kinder. Die Gesundheits-, Wasser- und Toilettenprojekte förderten die Gesundheit der Bauernfamilien. Mit unserem menschenrechts-basierten Ansatz versuchen wir immer wieder die Kernfragen der Bauerngemeinden zu adressieren und eine effektive Partizipation zu stärken, damit die Menschenrechte eingehalten und gefördert werden.

Ich danke Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender, für Ihr Interesse und Ihre langjährige Unterstützung der Aktivitäten der bioRe® Stiftung.

Ihre
Christa Suter, Geschäftsleiterin der bioRe® Stiftung


Systemvergleich

Langzeit-Systemvergleich

Die Debatte über die relativen Vorteile konventioneller und ökologischer Landwirtschaftssysteme hat in letzter Zeit erheblich an Interesse gewonnen. Bisher konzentrierte sich die globale landwirtschaftliche Entwicklung eher auf die Steigerung der Produktivität als auf ein ganzheitliches Management der natürlichen Ressourcen für die Ernährungssicherheit. Daher ist die Entwicklung nachhaltigerer landwirtschaftlicher Praktiken in großem Maßstab von größter Bedeutung. Informationen über die Leistungsfähigkeit von Anbausystemen unter ökologischer und konventioneller Bewirtschaftung in tropischen und subtropischen Regionen sind jedoch Mangelware.

Diese Studie präsentiert agronomische und wirtschaftliche Daten aus der Umstellungsphase (2007-2010) eines Vergleichsversuchs von Anbausystemen auf einem Vertisol-Boden in Madhya Pradesh, Zentralindien. Untersucht wurde eine Baumwoll-Sojabohnen-Weizen-Fruchtfolge unter biodynamischem, biologischem und konventionellem (mit und ohne Bt-Baumwolle) Management. Wir beobachteten eine signifikante Ertragslücke zwischen biologischen und konventionellen Anbausystemen im ersten Anbauzyklus (Zyklus 1: 2007-2008) bei Baumwolle (-29%) und Weizen (-27%), wohingegen im zweiten Anbauzyklus (Zyklus 2: 2009-2010) die Erträge von Baumwolle und Weizen in allen Anbausystemen aufgrund der geringeren Erträge in den konventionellen Systemen ähnlich waren. Im Gegensatz dazu waren die Erträge bei Bio-Sojabohnen (eine stickstoffbindende Leguminosenpflanze) geringfügig niedriger als die konventionellen Erträge (-1% im Zyklus 1, -11% im Zyklus 2). Im Durchschnitt über alle Kulturen erzielten konventionelle Anbausysteme im Zyklus 1 signifikant höhere Bruttomargen (+29%), während im Zyklus 2 die Bruttomargen in ökologischen Anbausystemen aufgrund niedrigerer variabler Produktionskosten bei ähnlichen Erträgen signifikant höher waren (+25%). Die Bruttomarge bei Sojabohnen war im ökologischen System über die vier Erntejahre hinweg deutlich höher (+11%) als bei den konventionellen Systemen.

Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der ökologische Sojabohnenanbau für Kleinbauern unter den vorherrschenden semi-ariden Bedingungen in Indien eine praktikable Option ist. Zukünftige Forschung muss die langfristige Produktivität und Rentabilität, insbesondere von Baumwolle und Weizen, sowie die ökologischen Auswirkungen der verschiedenen Anbausysteme klären.

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maikaal

Die Auswirkungen des ökologischen Baumwollanbaus auf den Lebensunterhalt von Kleinbauern und -bäuerinnen

Dieser Forschungsbericht analysiert die Auswirkungen der Umstellung auf biologischen Baumwollanbau auf die Lebensgrundlagen der Kleinbauern im Maikaal bioRe Bio-Baumwollprojekt in Madhya Pradesh, Zentralindien. Zu diesem Zweck vergleicht er Daten zum Betriebsprofil, zum materiellen und finanziellen Input/Output und zu Bodenparametern von ökologischen und konventionellen Betrieben über zwei Anbauperioden (2003 – 2005).

Die Ergebnisse zeigen, dass Biobetriebe Baumwollerträge erzielen, die denen konventioneller Betriebe gleichwertig sind, obwohl der Nährstoffeintrag wesentlich geringer ist. Bei geringeren Produktionskosten und einem ökologischen Preisaufschlag von 20 % sind die Bruttomargen aus der Baumwolle somit wesentlich höher als im konventionellen System. Selbst wenn die in der Fruchtfolge mit Baumwolle angebauten Pflanzen ohne Bio-Preisaufschlag verkauft werden, sind die Gewinne in Biobetrieben höher. In der Wahrnehmung der meisten Biobauern hat sich die Bodenfruchtbarkeit nach der Umstellung deutlich verbessert. Die Analyse von Bodenfruchtbarkeitsparametern in Bodenproben von biologischen und konventionellen Baumwollfeldern hat jedoch nur geringe Unterschiede im Gehalt an organischer Substanz und im Wasserrückhaltevermögen gezeigt.

Die Forschung deutet darauf hin, dass der biologische Baumwollanbau eine praktikable Option sein kann, um die Einkommen zu verbessern und die Anfälligkeit von Kleinbauern in den Tropen zu verringern. Um dieses Potenzial zu nutzen, ist es wichtig, geeignete Ansätze zu finden, die es marginalisierten Bauern ermöglichen, die Hürden der Umstellung auf das System der ökologischen Landwirtschaft zu meistern.

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